Berufe nach dem Psychologie-Studium

Wenn du an einen Psychologen denkst, kommt dir als Erstes das typische Bild eines Therapeutens mit Notizbuch und dem Patienten auf der Couch in den Sinn? Das ist natürlich ein wichtiges Berufsfeld in der Psychologie, aber es gibt auch noch viele weitere spannende Berufe nach dem Psychologie-Studium, die man ausüben kann. Fünf davon stellen wir dir hier vor.

Untersuchen, beraten und behandeln – Klinische/r Psychologe/in

Als Klinische/r Psychologe/in beschäftigst du dich, kurz gesagt, mit psychischen Störungen bei Patienten. Im Psychologie-Studium werden dafür verschiedene wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse vermittelt, auf dessen Grundlage du präventive oder therapeutische Maßnahmen entwickeln und anwenden kannst. Je nach Interesse kann man beispielsweise mit Kindern und Jugendlichen in Kinder- und Rehabilitationskliniken oder mit Erwachsenen in z. B. Beratungsstellen, psychiatrischen Einrichtungen oder in der eigenen Praxis arbeiten.

Aussicht:

Der Bedarf an Klinische/r Psychologe/in ist groß, da es viele verschiedene Berufsfelder gibt, auf die man sich spezialisieren kann.

Analysen und Gutachten – Rechtspsychologe/in

Als Rechtspsychologe/in arbeitest du größtenteils als Sachverständige/r und Gutachter/in für das Gericht oder die Staatsanwaltschaft. Die erstellten Gutachten sollen z. B. helfen, gerichtliche Entscheidungen zum Sorge- und Umgangsrecht (Familienrecht) zu fällen, die dem Kindeswohl entsprechen. Es kann aber auch sein, dass du dich mit Straftätern auseinandersetzt, um deren Schuldfähigkeit oder Gefährlichkeitsprognose (Strafrecht) einschätzen zu können. Wenn du lieber therapieren möchtest, kannst du im Strafvollzug mit Inhaftierten arbeiten.

Aussicht:

Eine Selbstständigkeit bietet gute berufliche Perspektiven.

Beraten und coachen – Supervisor

Als Supervisor hilfst du mit deiner psychologischen Expertise ganz unterschiedlichen Menschen in Bezug auf berufliche Fragen und Problemen weiter. Du kannst Beratungen und Coachings für Einzelpersonen (z. B. Führungskräfte), aber auch für Teams in Unternehmen durchführen. Bei dieser Art von Coaching gibst du beispielsweise Hilfestellungen, damit Mitarbeiter und Führungskräfte ihre Arbeitsprozesse verbessern können oder sich für Aufgabenbereiche persönlich weiterentwickeln können. Supervisoren beschäftigen sich außerdem mit den Themen Kommunikation, Interaktion und konstruktive Konfliktlösung.

Aussicht:

Der Bedarf an gut ausgebildeten Supervisoren wächst. Sie arbeiten meist freiberuflich.

Gesundheit fördern – Gesundheitspsychologe/in

Es gibt viele Berufe nach dem Psychologie-Studium, aber gerade die Gesundheitspsychologie ist ein sehr beliebtes Berufsfeld. Als Gesundheitspsychologe/in bist du beratend tätig, indem du private Personen, beispielsweise Familien, bei dem Thema gesunde Lebensführung weiterhilfst. Du kannst aber auch Gesundheitsprojekte für Organisationen oder Unternehmen, wie Krankenkassen, entwickeln und durchführen. Dabei kann es inhaltlich um die Vorbeugung von (psychischen) Krankheiten, Ernährung, Sport oder Stressverhalten gehen.

Aussicht:

Durch das größer werdende Gesundheitsinteresse ist mit einem wachsenden Arbeitsmarkt zu rechnen. Für die Lehre an Hochschulen braucht man in der Regel die Promotion, die Berufung oder einen Lehrauftrag.

Menschen im Alter fördern – Gerontopsychologe/in

Die Gerontologie ist das Fachgebiet, welches sich mit den Alterungsvorgängen des Menschen aus biologischen, sozialen, medizinischen und psychologischen Gesichtspunkten auseinandersetzt. Als Gerontopsychologe/in beschäftigst du dich mit den psychologischen Prozessen, die Menschen im Alter durchleben. Kern deiner Arbeit ist es, ältere Menschen persönlich zu fördern und ihre Selbstbestimmung und Lebensqualität zu erhalten. Die Tätigkeit kannst du beispielsweise in Kliniken und Verwaltungen ausführen, aber auch selbstständig. Zudem ist es natürlich auch möglich im Bereich der Forschung von Hochschulen tätig zu sein.

Aussicht:

Durch den demographischen Wandel ist mit einem wachsenden Bedarf in diesem Arbeitsbereich zu rechnen.

Foto: Colourbox.de/Evgeniy

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