Praxisintegriertes Studium an der PFH – Interview mit Jara

Name und Alter: Jara Sophie Stolletz (21)
Semester und Studiengang: Ab Oktober im 5. Semester General Management. Meine Schwerpunkte: International Marketing & Tourismus and Travel.
Unternehmen: POCO Einrichtungsmärkte GmbH
Abteilung: Marketing

1. Kannst du kurz skizzieren, wie du zu dem praxisintegrierten Studium an der PFH gekommen bist?
Ich habe in der 11. Klasse ein freiwilliges Praktikum in der Marketingabteilung bei POCO gemacht, um zu sehen, welche Arbeitsfelder hinter dem Begriff Marketing stehen. Nach dem Abitur habe ich mir ein Gap Year genommen und war unter anderem für fünf Monate in Sydney und habe dort wieder für das Unternehmen im Marketing gearbeitet. Während der gesamten Zeit blieb ein guter Kontakt zu der Marketingleitung POCO Deutschland. So kam nach Australien die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte vom Unternehmen im Bereich Marketing in der Praxis und im Theoriebereich einer Hochschule ausgebildet zu werden. Da das Marketing von POCO in Hardegsen sitzt, wurde seitens des Unternehmens eine Bildungseinrichtung gesucht, die das praxisintegrierte System anbietet und da Göttingen als Studentenstadt ganz in der Nähe liegt, fiel die Wahl schnell auf die PFH.

 

2. Wie läuft dein praxisintegriertes Studium ab?
In Blockphasen. Nach der theoretischen Phase in der Hochschule komme ich in die Praxiszeit, in der ich vorwiegend an Projekten arbeite, die manchmal auch noch in die Theoriezeit übergehen. Dies bietet mir die Möglichkeit in viele Bereiche hineinzuschauen und eigene Idee einzubringen. Wir versuchen immer verschiedene Oberthemen zu finden, die eine Praxiszeit durchziehen. Nach jeder Hochschulphase kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück und kann direkt mit neuen und nach Wissensstand auch komplexeren Aufgaben starten, ohne mich wieder neu ins Unternehmen einzuarbeiten. Das spart aus meiner Sicht sowohl für mich als auch für das Unternehmen wertvolle Zeit.

 

3. Was ist der Vorteil an einem praxisintegriertem Studium? Gibt es auch einen Nachteil?
Den großen Vorteil des praxisintegrierten Studiums sehe ich in der Kombination aus den theoretischen Grundlagen, welche ich in der PFH lerne und der praktischen Anwendung im Unternehmen. Ich kann mein angeeignetes Wissen aus dem Hörsaal in kürzester Zeit in der realen Welt anwenden und auf aktuelle Projekte projizieren. Und auch andersherum habe ich zu neuem Stoff an der PFH oftmals Bilder und Eindrücke aus den vorherigen Praxis-Phasen vor Augen, die mir das Lernen erleichtern und komplexe Zusammenhänge verständlicher machen. Zudem sammelt man schon in jungen Jahren viel Berufserfahrung. Wenn ich 29 werde, habe ich bereits 10 Jahre gearbeitet. Außerdem knüpft man wertvolle Kontakte, die im besonders hart umkämpften Berufsfeld Marketing Gold wert sind. 🙂

Oft wird als Nachteil genannt, dass man sich zu schnell auf ein Unternehmen festlegt und sich so die Chancen verbaut auch andere Unternehmensstrukturen kennenzulernen. Dem muss ich allerdings in meinem Fall wieder sprechen. Pro Jahr gehe ich in drei bis vier Unternehmen unserer Dienstleister/Unternehmen mit denen wir zusammenarbeiten, um dort im Rahmen eines Kurzpraktikums mit den Arbeitsabläufen vertraut zu werden. Das bietet zum einen den Vorteil am Ende des Studiums ca. zehn weitere Unternehmensstrukturen und Berufsfelder zu kennen und Kontakte zu knüpfen und zum anderen die gesamte Wertschöpfungskette um unsere Abteilung herum zu verstehen. Da diese Unternehmen in ganz Deutschland verteilt sind, darf ich viel reisen, was mir wirklich Spaß macht. So war ich Anfang des Jahres bei einer großen Agentur im Kreis Düsseldorf, vor einigen Wochen bei einem Verlag in Baden-Baden und gerade bin ich in Berlin beim Radio.

 

4. Inwiefern ist dein Arbeitgeber in die Inhalte deiner Ausbildung involviert?
Die Inhalte des Studiums sind seitens der PFH festgelegt. Jedoch schreibe ich einen Großteil meiner Hausarbeiten, Projektarbeiten und später auch die Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit POCO.

 

5. Das praxisintegrierte Studium klingt nach viel Arbeit, wie sieht denn dein Alltag aus?
Ich glaube, das hängt ganz davon ab, wie man sich seine Zeit organisiert. Es stimmt schon, dass die langen Semesterferien oder die freien Zeiten vor und nach den Praktika wegfallen, da ich sobald das Semester beendet ist, wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehre. Jedoch stehen mir seitens des Unternehmens natürlich auch Urlaustage zu, die ich innerhalb der

Praxisphase nehme. Durch klare Teilung zwischen Hochschul- und Praxisphase ist die zusätzliche Belastung während der Lernzeit meistens auch gut planbar. Ich denke, dass man durch die Organisation seine Freizeit viel bewusster wahrnimmt und ausgestaltet. Aber das klischeehafte Studentenleben mit wochenlanger Freizeit gibt es so bei mir nicht. 😉

 

6. Unterstützt dich dein Unternehmen finanziell bei dem Studium?
Ja, POCO finanziert mir das Studium an der PFH und entlohnt mich zusätzlich für die Ausbildung. Im Gegenzug habe ich mich verpflichtet nach dem Studium eine bestimmte Zeit bei POCO zu arbeiten.

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