Kongress Farm & Food 4.0

Unser BWL-Student Justus Meyer war im Rahmen seines Studienschwerpunkts „Food- and Agribusiness Management“ auf dem diesjährigen Kongress Farm & Food 4.0, der sich rund um das Thema Digitalisierung im Agrar- und Foodbereich dreht. Er hat die wichtigsten Fakten, die er persönlich mitgenommen hat, für euch zusammengefasst.

“Don’t sleep – Digitalisierung nicht verschlafen“

Unter diesem Motto fand am 21. Januar im Berlin Congress Center (BCC), Europas führender Kongress zum Thema Digitalisierung im Food- und Agribusiness-Bereich statt. Mit dabei waren die stellvertretende CDU-Vorsitzende und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, PHW-Gruppen-Vorstandvorsitzender Peter Wesjohann (Wiesenhof) sowie weitere hochrangige Vertreter aus diversen Wertschöpfungsstufen im Food-Agrarbereich. Der seit 2016 jährliche stattfindende Kongress Farm & Food 4.0 ermöglicht neben den Experten-Vorträgen auch Raum für Diskussionen mit dem Publikum. Mit schätzungsweise 400, teils internationalen Gästen, kamen so zahlreiche Fragen zusammen. Diese wurden von rund 30 Referenten aufgegriffen und beantwortet. Auf der Bühne gab es Einzelvorträge bzw. Gruppendiskussionen. Außerdem bot die Veranstaltung die Möglichkeit sein individuelles Netzwerk auszubauen. 

„Der Bevölkerungsanstieg bringt eine Menge Veränderungen und Herausforderungen mit sich.“

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf dem Kongress Farm & Food 4.0

Bis 2060 werden wohl rund 2,5 Milliarden mehr Menschen auf unserer Erde leben. Somit beträgt die Weltbevölkerung insgesamt etwa 10 Milliarden Menschen. Die landwirtschaftlich genutzten Ackerfläche wird sich aufgrund folgender Faktoren verringern:

  • Zunehmende Urbanisierung
  • Bodendegradation (Verschlechterungsprozess der Bodenqualität durch intensive Nutzung)
  • Zunehmende Versalzung der Böden (besonders in ariden sowie semiariden Landschaftsregionen)

Aus diesen Entwicklungen ergibt sich die Frage nach der Sicherstellung der Welternährung. Eine Frage des politischen Gleichgewichts, ein Grundrecht, welches jedes Individuum innehat. Die Digitalisierung kann eine Antwort auf die Welternährungsfrage sein. So sollen gewisse Technologien den Ertrag steigern und die Kosten senken. Buzzwords wie „Digital Farming“ und „Precision Farming“ beschreiben derzeit ein modernes Handeln in der Landwirtschaft. 

Beispiele aus der digitalen Landwirtschaft:

  • Milchkühe werden mit Sensoren ausgestattet, über die der Landwirt die Vitaldaten seiner Tiere erfassen und analysieren kann. Intelligente Software gibt zusätzlich bedarfsgerechte Handlungsempfehlungen.
  • Trecker mit GPS-Technik navigieren selbstständig auf der Ackerfläche.
  • Sensoren und Kameraeinheiten erfassen unterschiedliche Krankheitsbilder auf einer Ackerfläche. Erkrankte Pflanzen können präzise mit dem richtigen Serum behandelt werden.

In Zukunft soll die Digitalisierung zusätzliche Transparenz schaffen, gerade im Hinblick auf die Reduzierung der Verbraucherbedenken. So soll das Vertrauen in die einzelnen Akteure des Food- und Agrarbereichs gestärkt werden. 

Mein Fazit

Es bleibt am Ende abzuwarten, wie sich der digitale Fortschritt in der „grünen Wirtschaftsindustrie“ entwickelt. Fakt ist, dass nicht nur die Vorteile in den Fokus gerückt werden dürfen, sondern auch ein kritisches Hinterfragen hinsichtlich möglicher Hackerangriffe stattfinden muss. Letztlich darf das Ziel der Welternährung nicht aus den Augen verloren werden.

Ein Gastbeitrag von Justus Meyer

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