Politik 4.0: Zwischen Fake News und digitaler Teilhabe

Knapp 50 Göttinger Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) und des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) besuchten am 14. Januar die PFH. Anlass war der 21. Gesellschaftspolitische Diskurs zum Thema „Politik 4.0 – führt digitale Partizipation zu mehr aktiver, gelebter und demokratischer Partizipation?“.

Eine zehnköpfige Schülergruppe des OHG führte in die Rahmenbedingungen und Merkmale der digitalen Politik 4.0 ein, welche sich Gefahren wie Fake News und Filterblasen ausgesetzt sieht. Deutlich machten dies die Schüler mit einer frei erfundenen Zeitungsmeldung, welche den bekannten „Wahl-O-Mat“ bezichtigte, falsche Parteiprogramme zu beinhalten und somit eine objektive Meinungsbildung der Benutzer zu verfälschen. Bei der anschließenden Diskussion im Plenum stellte sich heraus, dass viele Schüler von dieser Meldung geschockt waren, diese in ihrem Wahrheitswert zunächst aber nicht hinterfragten.

Die Schülergruppe stellte neben den Gefahren auch die Chancen einer digitalen Demokratie dar. Durch diverse Studien belegten sie, dass das Interesse von Jugendlichen an einer politischen Partizipation gestiegen ist. Diesen Umstand nutzen Politikerinnen und Politiker für ihre Präsentation in den sozialen Medien. Die Schüler resümierten, dass die Politik hierüber einen direkten politischen Austausch mit den Bürgern führen könne und Wählerwünsche identifiziert werden können. Aus der Diskussion ergab sich abschließend der Konsens, dass Politik 4.0 die Zukunft darstellt, Quellen und Meinungen aus dem Internet aber kritisch hinterfragt werden müssen.

PFH-Student Jo Hannes Kappeller (5. Semester General Management) ergänzte die Präsentation der Schüler anschließend mit Input zu den rechtlichen Grundlagen der Meinungsäußerung und brachte Möglichkeiten wie digitale Petitionen in die Diskussion ein.

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung übernahmen Prof. Dr. Joachim Ahrens und Iris Bruse, die stellvertretende OHG-Schulleiterin, die Moderation einer Diskussionsrunde. In der Diskussion tauschten die Teilnehmer engagiert ihre Argumente und Meinungen aus. So kritisierte eine Schülerin, dass der Bildungsgrad die Wahrscheinlichkeit einer Meinungsmanipulation beeinflussen kann. Daraufhin schlug eine Schülerin vor, die politische Bildung früher in der Schule zu verankern und generell eine politische Bildung der Bürger zu stärken. Insgesamt zeigte die Veranstaltung auf, dass die Politik 4.0 nicht mehr aufzuhalten ist und viele Chancen sowie Gefahren birgt. Politische Prozesse können besser funktionieren, unter der Voraussetzung, dass Internet-User zu Fällen wie Fake News, Filterblasen und Algorithmen aufgeklärt werden. Es obliegt jedem selbst, Quellen zu vergleichen und kritisch zu beurteilen.

Schulkooperationen der PFH Göttingen

Der „Gesellschaftspolitische Diskurs“ widmet sich zweimal jährlich gesellschaftlich oder politisch relevanten Themen, die über rein wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Ziel dabei ist es, eine Plattform zum Austausch von Meinungen und Argumenten zu bieten, welche es Schülern, Lehrern, Eltern und Studierenden erlaubt, die Standpunkte anderer Menschen kennenzulernen, die eigene Meinung zu überprüfen und neue Argumente zu erfahren. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Schulkooperations-Konzeptes der PFH, das diese intensiv verfolgt, um möglichst frühzeitig mit Jugendlichen in Kontakt zu treten und sie bei ihrer Berufs- und Studienwahl zu unterstützen.

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