„stress_aktiv“ – Das Stressbewältigungsprogramm

Das Stressbewältigungsprogramm „stress_aktiv“, das an der PFH zusammen mit Studierenden, der Psychologie (Schwerpunkt Gesundheitspsychologie) entwickelt wurde, hat einen weiteren Meilenstein erreicht! Nach monatelanger intensiver Arbeit steht die finale theoretische Konzeption und wurde bei der BARMER Krankenkasse zur Zertifizierung einer Maßnahme im betrieblichen Gesundheitsmanagement eingereicht. Diese bildet den Grundstein für die kommenden Veranstaltungen bei den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) – das Pilotprojekt im Herbst 2017 hat dort großen Anklang gefunden. Karen Märtens (Wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Karoline Karsten (Psychologiestudentin), haben uns erzählt, worum es genau geht.

 

Was ist „stress_aktiv“?

„stress_aktiv“ ist ein Lernprogramm zur Förderung individueller Kompetenzen zur Stress­bewältigung. Entwickelt wurde es 2017 von Dozenten der Gesundheitspsychologie der PFH Prof. Dr. Michael Gutmann und Dipl. Psych. Karen Märtens. Es vermittelt, dass man Stress nicht einfach aushalten muss, sondern selbst aktiv werden kann – sei es vorbeugend oder auch in der Reduzierung des Stressempfindens z.B. über eine veränderte Sichtweise auf die stressauslösende Bedingung, durch optimierte Kommunikationsstrategien, durch Bewegung oder auch durch den Einsatz von Entspannungsverfahren. An insgesamt 8 Terminen werden dazu 10 unterschiedliche inhaltliche Module angeboten. Das Besondere an diesem Format ist, dass sich die Modulauswahl nach dem individuellen Bedarf der Teilnehmer richtet. Grundsätzlich bildet die aktive Einbeziehung der Teilnehmer, und die Berücksichtigung von deren individueller Situation, einen zentralen Aspekt.

 

Welche Chancen bietet das Programm den Studierenden der PFH?

Praxisprojekte jeder Art bieten den Studierenden Erfahrungen, die über das theoretische Wissen hinausgehen, Situationen, die positiv herausfordern, die die Kooperationsfähigkeit und die kommunikativen Fähigkeiten stärken, bieten Chancen auf Momente der Freude über ein praktisches Gelingen.

Für die Studierenden mit dem Schwerpunkt Gesundheitspsychologie, sowohl des Präsenz- als auch des Fernstudiums, besteht ab dem 3. Semester die Möglichkeit, am Projekt “stress_aktiv” mitzuwirken. Sei es in der praktischen Mitarbeit bei den Veranstaltungen oder auch im Rahmen von Haus-, Bachelor- oder Masterarbeiten, die empirische Grundlagen für eine Qualitäts­sicherung liefern können. Der eigens entwickelte „Fragebogen zum individuellen Stresserleben“ (FINSTER) liefert erste erfreuliche Ergebnisse im Hinblick auf die Testgütekriterien.

 

Interview mit Studentin Karoline Karsten

Liebe Karoline,

was genau hat dich motiviert, so aktiv bei dem Programm mitzuwirken?

Ich möchte später gern mit Menschen arbeiten. Dafür ist es enorm hilfreich zu wissen, wie man die im Studium gelernten Inhalte möglichst so vermittelt, dass das Gegenüber auch etwas davon hat! Ich wollte selbst ausprobieren, wie mein Gegenüber in einem professionellen Kontext darauf reagiert, wenn ich ihn frage: „Haben Sie schon mal versucht, das anders zu betrachten?“. Die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln, wie Menschen auf dich als Psychologe und deine Vorschläge reagieren, finde ich unbezahlbar für die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben.

Wie sah deine Arbeit innerhalb des Projektes aus? Bzw. was genau waren deine Aufgaben?

Ich habe mit drei meiner Kommilitoninnen das Modul „Körperlich entspannter“ betreut. Dazu haben wir uns überlegt, welche Entspannungstechnik wohl den größten Gewinn im Alltag der Teilnehmer bieten würde, und haben den Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe dann in einem Workshop die progressive Muskelentspannung nach Jakobson nahegebracht. Ich war dafür zuständig, den Teilnehmern den Transfer der Übungseinheit in den Alltag zu erleichtern. Außerdem hat jeder von uns eine Kleingruppe angeleitet, sich mit persönlichen Stresssituationen auseinanderzusetzen und einen (kleinen) Lösungsplan für die Zukunft zu entwickeln.

Warum hältst du Praxisprojekte (an Hochschulen/der PFH) für wichtig?

Vor allem, weil man da noch den Status des Lernenden innehat. In einer geschützten Atmosphäre kann man die zahlreichen Theorien und vor allem die eigenen Kompetenzen ausprobieren und langfristig weiterentwickeln. Zwar geht dies auch in Rollenspielen und fiktiven Projektarbeiten, jedoch ist die Verantwortung, die man in Praxisprojekten gegenüber realen Personen übernehmen kann, dem Alltag der Arbeitswelt viel näher. Und gerade, weil es eine so große Verantwortung ist, Menschen zu helfen, ist eine graduelle Verantwortungsübernahme, beginnend mit dem Studium, der beste Weg um kompetente Berufseinsteiger auszubilden.

Gibt es einen „ultimativen“ persönlichen Tipp zur Stressbewältigung von dir?

In brenzligen Situationen hilft es immer, erstmal durchzuatmen und die Situation in eine größere Perspektive zu setzen. Besonders hilfreich finde ich die Frage: Wie wichtig ist das in fünf Jahren noch für mich? Das hilft enorm um den Druck rauszunehmen.

 

Ein Gastartikel von Karen Märtens

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